Weiterhin bekannt ist die
Walburga – Verehrung in Wormbach. Zwar lässt sie sich schriftlich erst seit
1770 nachweisen, doch dürfte sie weit in das Mittelalter zurückreichen.
Licht
auf die zeitliche Bestimmung der Anfänge der Walburga – Verehrung in Wormbach
(im Sauerland!?) dürfte die Tatsache werfen, dass der Kölner Erzbischof Anno
II., der Gründer des Klosters Grafschaft (1072), als großer Verehrer der hl.
Walburga gilt und den Walberbergern eine Reliquie der Heiligen aus Eichstätt
übergeben hat. Die dortige Verehrung der hl. Walburga führte zu Veränderung des
Ortsnamens: aus Berg wurde Walberberg.
In
Wormbach befindet sich das Bild der hl. Walburga in der Apsis des rechten
Seitenschiffes (um 1800). Als Emblem trägt Walburga in der rechten Hand eine
Ampulle.
Die hl. Walburga, wahrscheinlich eine Verwandte des hl. Bonifatius
(Nichte?) wurde um 710 in Südengland geboren, trat in den Orden des hl.
Benedikt ein und folgte mit ihren ebenfalls als Heiligen verehrten Brüdern Willibald,
dem ersten Bischof von Eichstätt, und Wunibald, dem Gründer des
Benediktinerklosters Heidenheim, dem Rufe des Bonifatius, in der
Germanenmission zu wirken. Nach dem Tode ihres Bruders Wunibald im Jahre 761
übernahm sie die Leitung des Männer – und Frauenklosters in Heidenheim.
Walburga starb am 25. Februar 779. Ihr Leichnam wurde in der Klosterkirche zu
Heidenheim beigesetzt und 870 nach Eichstätt in die dortige Kreuzkirche – jetzt
St. Walburga – übertragen.Das Grab der heiligen wird von den Benediktinerinnen liebevoll gepflegt.
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In
Wormbach ist die erste Maiwoche wenigstens seit 1770 der hl. Walburga geweiht.
Die Sauerländer wallfahren in dieser Woche nach Wormbach, um durch Gebet und
Predigt und im Vertrauen auf die Fürbitte dieser Heiligen, Ermutigung und Hilfe
und Segen Gottes zu erlangen. Auch außerhalb der Maiwoche kommen viele Pilger
im Vertrauen auf die Fürsprache der hl. Walburga. Typisch
und wohl einzigartig ist der Augensegen, mit einem Federstrich wird das
Walburgisöl auf die Augen gestrichen. Schutz vor Blindheit an Leib und Seele
ist beim Walburgasegen fürbittend gemeint. Wie die hl. Walburga sollen auch
wir, Menschen in Not wahrnehmen und zur Linderung der Not beitragen. "Auf
die Fürsprache der hl. Walburga bewahre dich der allmächtige Gott vor
Augenleiden und allen Krankheiten." In
Wormbach gedichtetes Walburgalied: O
Walburga, dich zu grüßen, der Betrübten Trösterin. Schau
die Kinder dir zu Füßen und sei du doch Mittlerin. Ref.:
Ach über mich erbarme dich! Sankta
Walburga bitt für mich. 2.
Dich der Höchste der Monarchen hat geführt zum höchsten Ruhm, dass
du zwischen Patriarchen thronest nun im Heiligtum.Refrain: ... 3.
Sei gegrüßet, hoch erhoben, aller Kranken Helferin. Engel
helfet sie mir loben unsre werte Königin.Refrain: ... Bestellungen über die Kontakt Seite auf dieser Homepage mit genauer Anschriftangabe. Kosten 3 Euro pro Stück zuzüglich Porto!
Seit dem Jahre 893, als ein Teil der Reliquie nach
Monheim übertragen wurde, beobachtet man den sog. Ölfluss. Die hl. Gebeine
waren „wie von wenig Quellwasser benetzt“. Vor allem seit dem Jahre 1042, als
die Gebeine in der Krypta der neuerrichteten Abtei St. Walburga bestattet
wurden, wird dieses „Öl“, eine wasserhelle Flüssigkeit, durch silberne Rinnen
in goldenen Schalen aufgefangen. Die Klosterfrauen füllen es in kleine
Glasfläschen ab. Das „Walburgisöl“ , wie man es nennt, dient nach dem Glauben
und der Erfahrung viele Jahrhunderte zur Linderung von Augenleiden und mancher
Krankheit. Daher wird die hl. Walburga zumeist mit der oben erwähnten Ampulle
dargestellt.
Veröffentlichung: "Walburga, fang mich" von Stefan Everding mit Zeichnungen von MAF Räderscheidt; Das Leben der hl. Walburga erzählt für Kinder.