Pastoralverbund Dorlar-Wormbach

07.05.2011

Abriss Pfarrhaus

Dorlar

Über viele Jahre gingen die Verhandlungen ... Seit noch mehr Jahren verkam das alte Pfarrhaus zum Schandfleck im Dorf.

Direkt neben der Kirche stand das "alte Pfarrhaus". Es war schieferbedeckt ... und verbarg all seine Schönheit hinter einer tristen Grauheit. Nachdem vor Jahrzehnten keine Möglichkeiten zum Erhalt des Gebäudes gesehen wurden, verkam es zum Schandflecke ... und war doch ein Aschenputtel, wie das Fachwerk hinter der Fassade zeigt. Aber es fehlte ein Goldesel, der geholfen hätte das Pfarrhaus komplett zu sanieren und so zu retten. Die Kirchenvorstände haben sich in vielen Jahren in zähen Verhandlungen mit dem Abriss auseinandergesetzt. Jetzt konnten die Dorfbewohner über Wochen den Abriss beobachten. Zwei Stühle standen lange auf der Wiese, als ob sie aufmerksam machen wollten auf die Kunst des Bauens in alter Zeit!

Im Sauerlandkurier am 01. Mai 2011 schreibt Melanie Grau:
Es war ein Schmuckstück: Das alte Pfarrheim an der St. Hubertuskirche in Dorlar wurde vor rund 300 Jahren erbaut, jetzt wird es abgerissen.
"Natürlich ist das sehr schade", meint Josef Henke, Mitglied des Kirchenvorstandes in Dorlar. "Aber das Gebäude zu erhalten oder wieder in Stand zu setzten hätte sich einfach nicht gerechnet."
Das alte Pfarrheim (Pfarrhaus!) hatte eine Grundfläche von rund 170 Quadratmetern. "Früher hat dort der Pastor gewohnt, später auch mal der Küster", sagt Henke. "Ende der 60er Jahre wurde direkt daneben ein neues Pfarrhaus gebaut, in dem jetzt der Pastor wohnt. Seit dem wurde das Haus nur noch sporadisch genutzt. "Jugendlich haben dort oben eine Art Disco geführt", so Henke. "Und Versammlungen haben wir da ab und zu abgehalten." Bei solch einer Sitzung kam es vor einigen Jahren zu einem Zwischenfall. "Auf einmal ist der Boden abgesackt und wir saßen alle 20 Zentimeter tiefer", erinnert sich Josef Henke.
Von da an wurde überlegt, was mit dem maroden Gebäude geschehen soll. Es einfach verfallen zu lassen, kam nicht in Frage, das würde einen zu schlechten Eindruck machen, mitten im Dorfkern von Dorlar. Eine Wiederinstandsetzung hätte rund 700.000 Euro gekostet.
"Wir haben versucht es zu verkaufen, aber die Interessenten sind alle abgesprungen, nachdem sie es besichtigt haben", sagt Michael Kleinsorge, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes Dorlar. "Da blieb uns nur das Pfarrheim abzureißen."
Doch es stellte sich heraus, dass dieser Plan nicht so einfach umzusetzen war. "Seit 1991 gab es ein hin und her", meint Henke. "Das Haus stand unter Denkmalschutz und es hat fast 20 Jahr gedauert, bis wir uns durchsetzen konnten."
Immer wieder wurde das Gebäude an der Kirche von Vertretern des Amtes für Denkmalschutz besichtigt. "Das ging von Schmallenberg, über Münster bis nach Düsseldorf", sagt Henke. "Am Ende hat sich der NRW-Landtagsabgeordnete Klaus Kaiser eingeschaltet und wir konnten uns endlich durchsetzen."
"Das war ein zäher und harter Kampf", meint Henke. "Das war das ältester Gebäude im Ort. Viele finden den Abriss sehr schade, aber es gab nun mal keinen anderen Ausweg."
Doch das Haus ist nicht ganz verloren. "Der Dachstuhl soll im Nachbarort für ein anders Gebäude verwendet werden", so Kleinsorge. "Und auch die Balken bleiben erhalten.
Im Moment ist angedacht, daraus an der gleichen Stelle einen Pavillon zu errichten, aber das steht noch nicht ganz fest." Im kommenden Jahr soll der Ortskern von Dorlar umgestaltet werden. "Unter anderem wird der Kirchvorplatz verändert", sagt Henke. "Und der kleine Park an der Kirche wird erweitert."



     
     
     

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